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Drachenbootfest


08 June 2016 | By Liang Yuyue | SISU

  • Drachenbootfest

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D uftende Kräuter, spannende Drachenbootrennen und leckere Zongzi (粽子) – diese Mischung macht das traditionelle  Drachenbootfest in China aus. Dieses Fest, das auf Chinesisch „Duanwujie“ (Duanwu-Fest) heißt, wird nach dem chinesischen Mondkalender am fünften Tag des fünften Monats gefeiert und daher auch Doppel-fünf-Fest ( 重五节) genannt. Mit einer Geschichte von mehr als 2000 Jahren ist das Drachenbootfest eines der traditionellsten sowie wichtigsten Feste Chinas. Heutzutage werden an diesem Festtag vor allem Zongzi, also in Bambusblätter gehüllte Klebreisklöße, gegessen und Drachenbootrennen veranstaltet.

Ähnlich wie andere traditionelle Feste in China kursieren über den Ursprung des Drachenbootfestes auch viele Mythen und Legenden. Nach der wohl bekanntesten Version soll es auf Qu Yuan (ca. 340 v. Chr. – 278 v. Chr.), einen hohen Beamten und großen Dichter aus der Zeit der Streitenden Reiche, zurückgehen. Als Berater am Hof des Chu-Königreichs war Qu Yuan einst angesehen und einflussreich. Jedoch wurde er wegen Verleumdung von politischen Gegnern seines Amtes enthoben und aus dem Königreich vertrieben. Im Exil verfasste er zahlreiche Gedichte, in denen er seine Liebe und Loyalität zum Heimatstaat sowie seinen Wunsch, das Leben des Volkes zu verbessern, zum Ausdruck brachte. Als das Chu-Königreich jedoch im Jahr 278 v. Chr. vom rivalisierenden Qin-Königreich überfallen und erobert wurde, verlor Qu Yuan alle Hoffnung und sah keinen Ausweg mehr: Er sprang vor lauter Kummer in den Miluo-Fluss (汨罗江) und ertränkte sich.

Als sich diese Nachricht verbreitete, versammelten sich die Bewohner am Fluss, um Qu Yuan zu retten. Sie stiegen in ihre Drachenboote und suchten nach dem beliebten Dichter, aber der war nicht zu finden. Voller Trauer warfen sie Reisbälle in den Fluss, um den Leichnam des Dichters vor hungrigen Fischen zu bewahren. So ist nach der Überlieferung der Brauch entstanden, an diesem Tag in Gedenken an Qu Yuan Drachenboote zu rudern und Zongzi zu essen. Das hat sich inzwischen in ganz China verbreitet und zu einer jahrtausendealten Tradition entwickelt.

Eine weitere Tradition an diesem Tag ist, duftende Kräuter wie Beifuß und Kalmus an die Haustüren zu hängen. Auch Kindern wird ein kleiner Beutel mit verschiedenen wohlriechenden Kräutern um den Hals gehängt. Der Grund dafür liegt darin, dass der fünfte Monat im chinesischen Kalender auch den Namen „Giftmonat“ (毒月) trägt, da in dieser Zeit giftige Tiere und Insekten besonders aktiv sind. Deswegen nimmt man das Drachenbootfest auch zum Anlass, sich gegen solche Gesundheitsrisiken zu schützen. Zwar wird diese Tradition in vielen Gegenden, beispielsweise in Shanghai weiter gepflegt, aber angesichts der verbesserten Lebensbedingungen verliert sie an Bedeutung.

Häufiger und bedeutender wird allerdings das Drachenbootrennen, das den wohl spannendsten Teil des Festes ausmacht. Besonders in Südchina darf es bei der Feierlichkeit nicht fehlen. Ein traditionelles Drachenboot, das bis zu 25 Meter lang sein kann, wird aus Holz gefertigt. An der Spitze des Drachenbootes befindet sich dem Namen entsprechend ein bunt gestalteter Drachenkopf mit offenem Mund und am Ende ein ebenso dekorativer Drachenschwanz. Beim Drachenbootrennen sitzen alle im Boot und paddeln gemeinsam im Takt der Trommel, um als Erstes das Ziel zu erreichen.

Diese alte Tradition ist mittlerweile auch zu einem modernen internationalen Wettkampfsport geworden: Seit 1995 finden regelmäßig Weltmeisterschaften im Drachenbootsport statt. Auch als Spaß-Event ist das Drachenbootrennen in den letzten Jahren immer mehr zum Trend geworden. Nicht nur in China, sondern auch in vielen anderen Ländern finden in Anlehnung an das Duanwu-Fest zahlreiche Drachenbootrennen statt. Beispielsweise wird das Drachenbootfestival Hannover seit 1995 jährlich auf dem Maschsee in Hannover veranstaltet, das sich inzwischen als eines der größten europäischen Drachenbootereignisse etabliert hat.

Einen anderen unerlässlichen Teil des Drachenbootfestes stellen Zongzi dar, die gekochten Klebreisklöße mit unterschiedlichen Füllungen, eingewickelt in Schilf- oder Bambusblättern. Je nach Region werden sie unterschiedlich zubereitet: Im Norden Chinas enthalten die Füllungen normalerweise süße Datteln oder rote Bohnen, während im Süden Schweine- oder Hühnerfleisch in kleinen Stücken hinzugefügt werden. Es ist in den letzten Jahren sogar ein populäres Thema im Internet geworden, ob der „echte“ Geschmack von Zongzi süß oder salzig sein soll. Obwohl der Geschmack je nach Region variiert, findet man in Nord- sowie Südchina vielleicht bei einer Sache Übereinstimmung: Die von der eigenen Familie zubereiteten Zongzi schmecken am besten. Denn das Drachenbootfest ist nicht zuletzt ein Familienfest, bei dem man Zeit mit der Familie verbringt und zusammen Zongzi genießt.

Seit 2008 ist das Drachenbootfest ein offizieller Feiertag in China geworden. Ein Jahr danach wurde es von der UNESCO in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen. Das macht Sinn, denn es ist schließlich ein wunderschönes und bedeutungsvolles Fest: Es geht dabei um die Bewahrung der kulturellen Tradition, die Förderung der Gesundheit und Fitness und vor allem die gemeinsame Zeit mit der Familie.

(Verfasserin: Masterstudentin der Germanistischen Fakultät der SISU; Korrekturlesen: ao. Prof. Dr. Chen Hongyan)

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